Mittwoch, 12. Dezember 2018

Interview mit Prof. Gert Wörheide: "Wir sind mitten in einem Aussterbeereignis"

In diesem Interview mit der Süddeutschen Zeitung spricht Prof. Gert Wörheide (LMU München) über Korallenriffe, Klimawandel und Tourismus. Wie sieht die Zukunft aus und was können wir Menschen überhaupt tun um die Riffe zu retten.

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Donnerstag, 29. November 2018

Chasing Coral: Ein Dokumentarfilm zeigt Glanz und Elend der tropischen Korallenriffe

Zum Internationalen Jahr des Riffes 2018 zeigt das Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT) in Kooperation mit dem Bremer Kommunalkino City 46 den Dokumentarfilm „Chasing Coral“ des US-amerikanischen Regisseurs Jeff Orlowski.

Der vielfach preisgekrönte Film begleitet ein Team von Meeresforschern, Filmemachern und Korallenliebhabern bei ihrem Versuch, den klimabedingten Wandel in tropischen Korallenriffen filmisch zu belegen. Die verheerenden Korallenbleichen sollen mit Zeitraffer-Kameras aufgezeichnet werden. Dabei kämpft das Team gegen technische Fehlfunktionen und Naturgewalten.

Entstanden ist eine dramatische, bewegende und bildgewaltige Dokumentation, die schonungslos vor Augen führt, wie menschliches Handeln die Riffe zerstört. Die Aufnahmen zeigen sowohl die einzigartige Schönheit der Riffe wie auch das katastrophale Sterben unter der Meeresoberfläche.

In Kooperation mit dem Kommunalkino City 46 zeigt das Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT) den Film in der deutschen Version am Samstag, den 8. Dezember um 19 Uhr im City 46, Birkenstraße 1, Bremen. Die Riffexperten Dr. Sonia Bejarano und Dr. Achim Meyer vom ZMT geben eine Einführung in den Film und die Problematik der Zerstörung tropischer Korallenriffe und stehen für Fragen und eine anschließende Diskussion zur Verfügung. Der Eintritt ist frei.

„Chasing Coral“ in 30 Ländern zu filmen dauerte über drei Jahre und über 500 Stunden unter Wasser, er soll ein Weckruf sein und ein Anstoß für jeden, unser Handeln zu hinterfragen, um den Klimawandel zu bremsen. Der 2017 veröffentlichte Film hat bereits etliche Auszeichnungen erhalten, wurde auf dem Sundance Film Festival mit dem Publikumspreis geehrt und ist für den Emmy Award nominiert. Regisseur Jeff Orlowski und sein Team produzierten auch den Vorgänger „Chasing Ice“, eine Dokumentation über das Abschmelzen der Polkappen.

Weitere Informationen
Weitere Informationen zum Film: https://www.chasingcoral.com/

Bilder:

Director Jeff Orlowski filming on the GBR - Photo by Richard Vevers © Chasing Coral

Gebleichter und abgestorbener Korallenblock - The Ocean Agency/XL Catlin Seaview Survey/Coral Reef Image Bank

Montag, 5. November 2018

Vortrag: Wie die Korallenriffe ins Meeresmuseum kamen - Dr. Karl-Heinz Tschiesche

Am 15. November 2018 um 19:00 Uhr  DEUTSCHES MEERESMUSEUM, Stralsund   


Korallenriffe sind die interessantesten und artenreichsten Lebensräume der Meere. Die Neugestaltung der Stralsunder Katharinenhalle als „Meereskundemuseum“ in den 1970er Jahren bot die damals einmalige Gelegenheit, einen repräsentativen Riffausschnitt aufzubauen.

Da die Handelsflotte der DDR regelmäßig ins Rote Meer fuhr, erwirkte der damalige Museumsdirektor Dr. Sonnfried Streicher die Mitreise eines Teams zum Bergen der benötigten Korallen und zum Fang der dazu gehörenden Tiere. Als Ergebnis der beiden Rotmeer-Expeditionen "Acropora" entstand vor 40 Jahren ein lebensnah gestalteter Riffpfeiler, der bis heute zu den eindrucksvollsten Museumsexponaten gehört.

 

Abb. oben: Dr. Karl-Heinz Tschiesche (r.) im Roten Meer. (Foto: Horst Schröder) 

Abb. links: Der sogenannte Riffturm im Deutschen Meeresmuseum (Foto: Götz B. Reinicke) 

Freitag, 12. Oktober 2018

Fotoausstellung: Tiere im Korallenriff – Kunstwerke der Natur

Zum Internationalen Jahr des Riffes 2018 hat das Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT) eine Fotoausstellung mit einigen der schönsten Korallenriffmotive zusammengestellt, die Forschungstaucher des Instituts während ihrer Feldarbeit aufgenommen haben. Darunter sind viele Nahaufnahmen, die dem Betrachter den Zauber dieser Unterwasserwelt offenbaren.

Tropische Korallenriffe gehören zu den artenreichsten Lebensräumen unserer Erde. Diese „Regenwälder der Meere“ beherbergen schätzungsweise mehr als eine Million Arten an Tieren und Pflanzen. Einige der Riffbewohner erfreuen sich besonderer Popularität, wie Clownfische, Seeanemonen oder Meeresschildkröten. Aber wer kennt schon Weihnachtsbaumwürmer, Prachtsternschnecken oder Orang-Utan-Krabben?

So vielfältig wie die Arten ist die enorme Form- und Farbenpracht der Tiere in tropischen Korallenriffen. Ob es sich um aparte geometrische Muster, skurrile Körperformen oder mutige Farbkombinationen handelt – vor dem Auge des Betrachters entfalten sich abstrakte Kunstwerke.

Dabei offenbart die Nahansicht: auch in den kleinsten Nischen und sehr verborgenen Ecken des Riffes haben sich Untermieter eingenistet oder suchen Schutz im verwinkelten Höhlensystem der Korallen. Die Vielzahl an Riffbewohnern bildet ein fein ausgewogenes Netz aus Nahrungsbeziehungen, in dem jeder seine Funktion hat.

Die Ausstellung wird am 18. Oktober um 17.30 Uhr im Haus der Wissenschaft in Bremen eröffnet und läuft bis zum 29. Januar 2019. Gerne möchten wir die Medien und die Öffentlichkeit hierzu einladen. Der Eintritt zur Ausstellung ist frei.

Weitere Informationen gibt es hier!


Donnerstag, 4. Oktober 2018

Vortrag "Korallenriffe – die Zukunft der 'Städte unter Wasser'", Frankfurt a.M., 17.10.2018

Im Rahmen der Vortragsreihe „Bedrohte Vielfalt – Der Artenschwund und seine Folgen“ lautet das Thema an diesem Abend „Korallenriffe - die Zukunft der ‚Städte unter Wasser‘"



Korallenriffe stellen nicht nur die vielfältigsten und wohl faszinierendsten marinen Ökosysteme dar, sondern haben auch einen immensen Wert für die Menschheit – etwa für den Küstenschutz, die Fischerei, als „blaue Apotheke“ für medizinische Wirkstoffe oder für den Tourismus. Allerdings sind diese „Städte unter Wasser“ durch Klimawandel, Überfischung, Überdüngung, zum Teil auch den Massentourismus weltweit gefährdet. Zur Rettung der Korallenriffe sind eine Begrenzung des menschengemachten Klimawandels und ein deutlich verbessertes Riff-Management sowie die Ausweitung von Schutzflächen notwendig. Es gilt, die Anpassungsmöglichkeit von Korallenriffen an veränderte Umweltsituationen zu fördern.

Der Vortrag ist ein Beitrag zum Internationalen Jahr des Riffes 2018.

Der Referent, Prof. Dr. Reinhold Leinfelder ist Geologe, Geobiologe und Paläontologe (Freie Universität Berlin). In seinen aktuellen Forschungen beschäftigt er sich schwerpunktmäßig mit Riffen, Umweltveränderungen, neuen Methoden des Wissenstransfers und dem Anthropozän.
(> mehr)

Wann und wo?

17.10.2018, 19:15 - 21:00. Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, Hörsaal, Arthur-von-Weinberg-Haus, Robert-Mayer-Straße 2, 60325 Frankfurt am Main

Update: 

  • zum Vortragsthema erschien am 17.10.2018 auch ein Beitrag von Reinhold Leinfelder  in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (siehe hier, Version-FAZ+). 
  • Eine Langversion des Artikels ist seit 11.11.2018 auf SciLogs verfügbar. 
  • Der Vortrag wurde komplett auf Video aufgenommen und ist in der Mediathek der Goethe Uni abrufbar (1:08 Std)

Dienstag, 25. September 2018

Ran ans Riff - Ein Vormittag über Korallenriffe

Im Rahmen des Internationalen Jahres der Korallenriffe 2018 lädt die Universität Bremen Teilnehmer der WISSENSWERTE ein.

Die Veranstaltung findet am 21. November ab 10:00 Uhr statt und dauert ca. 3 Stunden. Sie umfasst populärwissenschaftliche Kurz-Vorträge (jeweils 10-15 min) durch Experten aus der Wissenschaft. Diese Experten verfügen über große Erfahrung in der Erforschung von Korallenriffen und ihrer Bewohner. 
Zwischen den Vorträgen gibt es Zeit für die Beantwortung von Fragen der Teilnehmer. Es besteht die Möglichkeit für Experten-Interviews und den Besuch einer Aquariumanlage, um passende Bilder zu machen. Café, Tee, Kuchen, und Obst werden zur Verfügung gestellt.

Kurz Vorträge der Experten:

Prof. Dr. Helmut Schuhmacher (Universität Essen): Vielfalt der Korallen als Riffbaumeister
Dr. Götz-Bodo Reinicke (Deutsches Meeresmuseum, Stralsund): Vor unseren Augen – Der ökologische Wandel in Korallenriffen
Dr. Sebastian Ferse (Universität Bremen): Menschen und Riffe
Prof. Dr. Tilmann Harder (Universität Bremen): Chemische Kommunikation in Riffen
Prof. Dr. Claudio Richter (AWI Bremerhaven): Warme und kalte Korallenriffe
Prof. Dr. Christian Wild (Universität Bremen): Die Weltkorallenriffkonferenz (ICRS) 2020 kommt nach Bremen

weiter Infos hier

Freitag, 21. September 2018

5. BfN-Tagung über „Fortschritte im Meeresnaturschutz“ im OZEANEUM Stralsund

Auf Einladung des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) fand vom 3.-7. September die internationale Fachtagung "Progress in Marine Conservation" statt. Gastgeber der Veranstaltung mit über 200 Teilnehmern war das OZEANEUM in Stralsund. 
Neben vielfältigen Vorträgen über den internationalen Meeresnaturschutz (vgl. PMC-Programme-2018-09-04) war ein inhaltlicher Akzent des Programms der Vortrag von Prof. em. Dr. Charles Sheppard (University of Warwick, UK) über „Coral Reef conservation in recent decades, and the future of reefs“, der als IYOR2018-Feature ins Programm aufgenommen wurde.
Neben teils drastischen Beispielen des Wandels von Riffgemeinschaften in den zurückliegenden Jahrzehnten rückte Dr. Sheppard nachdrücklich die Verantwortung der Politik in den Vordergrund seiner Ausführungen und wies auf die signifikante Bedrohung durch CO2 hin. Die aufgezeigten Perspektiven für die Riffe erschienen drastisch und unausweichlich – und triggerten eine längere engagierte und nachdenkliche Diskussion. 
Weitere Referenten der Tagung waren u.a. Jon Day vom ARC Centre of Excellence for Reef Studies (James Cook University, Australien) zum Thema „How effective are MPAs for nature conservation” und Callum Roberts (University of York, UK) über “Fisheries management in MPAs” 

(Fotos; (c) Götz Reinicke).